Kinderängste

Letztes Update:

März 28, 2022
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Lesezeit: 5 Minuten 

"Wie soll ich mit meinem Kind
über schwierigen Themen sprechen?"

Mit Kindern über Krieg sprechen.

Die Welt ist voll von schrecklichen Bildern.

Die Welt ist voll von Nachrichten über Soldaten und Kämpfe und Bomben.

Die Welt ist voll von "Informationen" über diesen Krieg Putins gegen die Ukraine.

Die Wucht dieser Eskalation ist über uns alle hereingebrochen.
Wir Erwachsenen wissen, was diese Eskalation bedeuten kann.
Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Und genau dann, wenn Phantasien ins Unendliche schießen können, 
entsteht Nährboden für Ängste.

Kinder stellen Fragen

Wir schauen unsere Kinder an, die uns fragen:

"Papa, schau mal das Bild in der Zeitung. Was ist da passiert?"
"Mama, was ist eine Atombombe?"
"Warum macht der Chef von Russland das?"

Genau dann stehen wir vor der Frage: Wie sollen wir mit unseren Kindern darüber sprechen?
Es ist der Krieg Putins gegen die Ukraine, der uns momentan im Jahr 2022 beschäftigt.
Aber es gibt viele Situationen, in denen wir uns schwer tun, die richtigen Worte zu finden.

Vielleicht ist es der Krebs von Tante Melanie, der dein Kind beschäftigt.
Vielleicht ist es die Katze im Straßengraben.
Vielleicht ein schockierendes Video am Handy.

Wie sollen wir mit unseren Kindern nur über all diese schwierigen Sachen sprechen?

Für Gespräche wie diese, gibt es vier Regeln:

Regel 1: Weiche nicht aus!

Gerne würden wir uns hinter allgemeinen Sätzen verstecken. Gerne würden wir vielleicht davon ablenken.
Aber das bringt dein Kind nicht weiter. Dein Kind merkt, wie es dir geht. Es spürt, ob du innerlich bei der Frage zusammenzuckst und ob du vielleicht selbst Angst hast. Deswegen sollten wir den Kindern ehrlich und in altersentsprechenden Worten erklären, was gerade los ist. Dass deine Fünf-Jährige andere Worte braucht, als dein 15-Jähriger, versteht sich von selbst.
Wichtig ist, dass du dem Gespräch nicht ausweichst.
Es gibt für Kinder nichts Schlimmeres, als zu spüren, dass Mama oder Papa besorgt ist aber keine Erklärung zu haben oder eine Verharmlosung zu bekommen.
Ja, es gibt Krieg. Ja, es wird geschossen. Ja, bei einem Krieg sterben viele Menschen, obwohl sie nichts dafür können.
Ja, es ist furchtbar, dass es so was gibt.

Dein Kind ist mit seinen Gedanken dann nicht mehr allein.


Regel 2: Frage nach!

Meiner Meinung nach die wichtigste Regel. Wenn uns selbst etwas beschäftigt, gehen wir all zu oft einfach nur von unserer Sichtweise aus. Wir drücken so der anderen Person das auf, was für uns Thema ist. Es kann aber gut sein, dass dein Kind beim selben Thema etwas ganz anderes beschäftigt. Du bist in Gedanken bei den Menschen aus der Ukraine, dein Kind denkt gerade aber vielleicht an die bösen Menschen und wie es sein kann, dass sie so böse sind.
Du denkst an das was die Ärzte zum Gesundheitszustand deiner Schwester gesagt haben. Dein Kind will wissen, warum an Tante Melanies Arm ein Schlauch hängt.
Das Entscheidende ist es nachzufragen:
Was hast du gesehen? Was hast du gehört? Wie geht es dir damit, was da passiert?
Lass dein Kind das Gespräch lenken. Du wirst so herausfinden, wo dein Kind noch mehr Informationen braucht und wann es lieber wieder weglenkt vom Thema, weil es sich doch nicht weiter damit beschäftigen will.


Regel 3: Realität!

Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit. Gerade Jugendliche sind im Internet unterwegs und nicht selten mit Meinungen, Bildern oder auch "Fake-News" konfrontiert. Gerade in dieser Situation ist es wichtig, sich über offizielle Kanäle zu informieren. Sprich mit deinem jugendlichen Kind darüber, warum es im Krieg sinnvoll ist, die eigene Sichtweise als Wahrheit zu verkaufen und warum es für uns jetzt wichtig ist, uns über glaubwürdige Quellen zu informieren.
Das selbe gilt auch wieder bei schwierigen Lebensereignissen wie z.B. Krankheit. Die offizielle Information durch einen Arzt ist wertvoller als Onkel Google zu befragen. 
Wir Menschen haben die Fähigkeit mitbekommen, mit Realität umgehen zu lernen. Schwieriger für die Psyche sind unbegrenzte Phantasien und Nicht-Wissen. Eine wunderbare Möglichkeit sich mit dem Thema Krieg zu beschäftigen bieten spezielle Kindernachrichten, wie die Seite www.seitenstark.de, die die Dinge beim Namen nennen und zugleich Hoffnung vermitteln.
Denn es ist Realität, dass einer der bestimmen will und versucht, ein anderes Land einzunehmen. Aber es ist auch Realität, dass fast alle anderen Länder auf der Welt zusammenhalten und versuchen, dass der Bestimmer damit aufhört. 


Regel 4: Werde aktiv!

Überall da, wo Gefühle zu groß werden, ist es furchtbar nicht handeln zu können. Ja, es ist richtig, dass wir beide gegen den Krieg gerade wenig ausrichten können. Aber wir können trotzdem etwas unternehmen. Wir können gemeinsam mit unserem Kind überlegen, ob wir für die betroffenen Menschen spenden oder eine Kerze anzünden und beten. Jede Handlung ist für die Psyche besser als ein Gefühl von Ohnmacht.

Herzliche Grüße,

Dein Stefan Hetterich


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Als Psychologe und Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeut begleite ich seit 17 Jahren Eltern, Kinder und Jugendliche in und durch psychische Krisen.
Alle psychischen Probleme entstehen aus (meist unbewussten) Gründen. Je mehr wir über diese Ursachen wissen, umso leichter finden wir auch hilfreiche Wege, damit umzugehen.
Denn: Verständnis ist der Schlüssel zur Veränderung. 

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