Verpflichtet zur Einsamkeit

4 Tipps, um dein Kind im Fall einer 
Quarantäne zu unterstützen


Stefan Hetterich  




Du wirst jetzt gebraucht.


Vielleicht mehr als jemals zuvor.


Sie verlangen, dass ihr euch nicht trefft.

Sie verlangen, dass dein Kind seine Freunde nicht treffen darf.

Sie verlangen, dass dein Kind nicht in den Kindergarten oder die Schule darf.


Sie sagen, du könntest eine Gefahr für andere sein.

Sie sagen, dein Kind könnte eine Gefahr für andere sein.


Sie erzählen von einer Gefahr, die du nicht sehen kannst.

Sei erzählen von einer Gefahr, die wir nur schwer greifen können,

weil sie für die meisten eher abstrakt ist.


Und vermutlich haben sie recht mit den Maßnahmen, um diese Gefahr zu bekämpfen.

Aber darüber kann ich nichts sagen, denn ich bin kein Virologe.



Doch ohne es zu bemerken, verbreitet sich ein anderes Virus in unserer Gesellschaft:


Das E-Virus.


Das E-Virus lähmt

und macht verzweifelt

und macht aggressiv

und macht traurig

und manchmal alles miteinander

und manchmal nur einen Teil davon.


Das E-Virus ist das Virus der Einsamkeit.



Soziale Isolation widerspricht der menschlichen Natur.


Erst recht in Krisenzeiten.


Wir Menschen sind soziale und bedürftige Wesen.

Wir Menschen sind von Geburt an auf soziale und körperliche Zuwendung und Nähe angewiesen.

Kinder sind für eine gesunde Entwicklung auf andere Kinder angewiesen.


Und jetzt?


Distanz ist der neue Ausdruck von Schutz und Sicherheit.


Nähe bedeutet Gefahr.


In welch kurzer Zeit haben wir unsere Welt verdreht.



Dein Kind braucht jetzt dich.



1. Dein Kind braucht dich, dass du ihm die Welt erklärst.


Je mehr Wissen wir über etwas haben, desto kleiner ist die Angst davor.

Unklar und Unsicherheit lösen schnell Katastrophenbefürchtungen aus.

Informiere dein Kind in kindgerechten Worten über das Virus und was du und dein Kind unternehmen können, um euch zu schützen und andere zu schützen.


Es hilft zu wissen, was man selbst tun kann, damit der Ausnahmezustand vorübergeht. 

Die Maßnahmen – so seltsam sie sind – sind etwas, was wir tun können, um uns nicht hilflos ausgeliefert zu fühlen.




2. Dein Kind braucht dich, dass du es verstehst


Jedes ungewohnte Ereignis kann innere oder äußere Reaktionen der Psyche hervorrufen.

Alle Reaktionen auf unnormale Ereignisse sind „normal".

Viele werden „unleidlicher“, nerviger, aggressiver.

Andere werden zurückgezogener,

wieder andere überdrehter als sonst.


Alles was du als Reaktion deines Kindes auf die Quarantäne erlebst, ist völlig normal.


Es tut deinem Kind gut, wenn es sich von dir verstanden fühlt, nach dem Motto:

„Ich weiß, dass es für dich jetzt nicht einfach ist, wenn du deine Freunde nicht treffen darfst.

Vielleicht bist du deshalb momentan schnell genervt."




3. Dein Kind braucht dich, dass du ihm eine feste Tagesstruktur gibst. 


Jede Verkehrung der Normalität

– und Quarantäne und social distancing ist garantiert keine Normalität –

braucht ganz viel Normales als Ausgleich.


Wie sieht euer Alltag aus?

Gibt es gemeinsame Essenszeiten, gemeinsames Spiel,

eine feste Tagesstruktur, so dass dein Kind weiß,

was als nächstes am Tag dran ist?


Halte an möglichst viel Normalem fest, damit der Halt bleibt,

wenn die Welt rundherum nicht normal ist.



4. Dein Kind braucht dich als Vorbild. 


Dein Kind kann von dir lernen, mit schwierigen Situationen besonnen umzugehen.


Sammle in deiner Familie Ideen, was jedem Familienmitglied guttut.


Was hilft besser, was hilft schlechter? Was hilft gegen Langeweile?


Lass dich nicht zu einer falschen Risikoeinschätzung hinreißen.

Wir Menschen sind nicht gut im Einschätzen abstrakter Gefahren.

Wir neigen dann entweder zu übertriebener Angst und Panik

oder werden nachlässig und unvorsichtig, weil wir verdrängen.


Wir neigen dann dazu, uns an anderen zu orientieren.

Der Mensch ist ein Herdentier.

Und doch ist das, was die anderen machen, nicht immer richtig.


Angst lähmt das rationale Denken.

Informiere dich auf vertrauenswürdigen Seiten

und finde die nötige Balance aus Vorsicht und Besonnenheit.

 

Dann bist du ein stabiles Vorbild für dein Kind.





Ich möchte dich daran erinnern, dass du der wichtigste Mensch für dein Kind bist,

egal ob es noch klein ist und dir das auch zeigt, oder ob es sich als Jugendlicher von dir abgrenzt.


Deine Haltung wirkt sich auf dein Kind aus.


Dein Denken und Handeln sind das Fundament, auf dem dein Kind seine Zukunft baut.


Nutze die Zeit, deine Haltung als Mutter, als Vater zu reflektieren,

so dass du dein Kind durch diese und mögliche weitere psychische Krisen hilfreich begleiten kannst.




Dein Stefan Hetterich

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