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Du überlegst, wann Psychotherapie für dein Kind sinnvoll ist?


# kinderängste corona


"Mein Termin bei Ihnen ist das Einzige, was mir noch bleibt"

Corona:
Belastungen von Kindern und Jugendlichen  
- ein therapeutischer Lagebericht

Stefan Hetterich  

kinderängste corona


Corona - ein Rezept für die Entwicklung von Ängsten

Man nehme
 
200 Gramm unsichtbare Gefahr,
500 Gramm Aussagen wie „die Lage ist dramatisch ernst“ oder „bleib besser zuhause“
und 1000 Gramm Wegfall von haltgebenden Strukturen

und schon hast du ein perfektes Rezept für die Entstehung von Ängsten.


Genau das ist es, was sich zu Beginn der Coronapandemie ereignete.

Wir alle erlebten eine plötzliche Verunsicherung:
Die Welt, wie wir sie kannten, geriet aus den Fugen.

Das was gestern noch als sicher und verlässlich galt, war es auf einmal nicht mehr.
Die pandemische Entwicklung des Virus entriss uns unserer scheinbaren Sicherheit.

Gerade Kinder und Jugendliche sahen sich mit der Wucht dieser Entwicklung konfrontiert.

Sie erlebten Eltern, die erst noch ihren eigenen Weg finden mussten, mit der Situation umzugehen.  
Sie erlebten, dass Kindergarten und Schule als selbstverständliche Orte von Struktur und sozialer Begegnung wegfielen.
Sie erlebten, dass selbst die Nähe zu anderen Personen als potenziell gefährlich wahrgenommen wurde.

Veranstaltungen, die Spaß und Freude bedeutet hätten, mussten ausfallen oder auf ungewisse Zeit verschoben werden.
Der Besuch bei den Großeltern, die in ihrer Rolle oft ein Ausgleich zu den alltäglichen Belastungen und Konflikten wären, konnten nicht stattfinden.
Natürlich konnten auch viele Eltern, die selbst mit ihren eigenen Ängsten und Sorgen belastet waren,
nicht mehr so haltgebend für ihre Kinder da sein, wie es für diese hilfreich gewesen wäre.
Die eigene Angst vor dem Virus, vor den Veränderungen, vor finanziellen Einschnitten oder gar vor dem Verlust der Arbeitsstelle war und ist für Eltern eine große Herausforderung.

Kinder und Jugendliche blieben so oft ihren eigenen Gedanken und Phantasien ausgeliefert.
Phantasien, die von der Realität entkoppelt sind, sind das Gärmittel für den Teig der Angstentwicklung.

Wie sollten die Kinder das, was passierte nur verarbeiten?
Haltgebende Personen und Alltagsgestaltung fielen weg, selbst der Gemeinschaftssport,
der sonst oft ein gemeinsames Ventil für Unverarbeitetes ist, war nicht mehr möglich.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Zahl der psychischen Erkrankungen zunahm.
Ich hatte in meiner Praxis als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut sprunghaft mehr Anfragen.
Besonders Anmeldungen wegen Angststörungen, wie Trennungs- und Verlustängsten nahmen zu.

Eine 17-Jährige, die schon länger bei mir in Behandlung war, meinte zu mir:
„Mein Termin bei Ihnen ist das Einzige, was mir noch bleibt.“
Sie erlebte offensichtlich, dass die Therapie das einzige stabile Element in ihrem Leben war.
Auch wenn die Termine mit Maske und vergrößertem Sitzabstand abgehalten wurden,
wirkte allein der Rahmen der Therapie – egal was ist, wir sehen uns jede Woche wieder – haltgebend.

Scheinbar paradoxerweise erlebten viele betroffene Angstpatienten die Pandemie auch als erleichternd.
Wenn die ganze Welt Angst hat, ist die eigene Angst nicht mehr so „unnormal“.
Wenn von der Regierung verordnetes fast schon zwanghaftes Händewaschen Normalität wird,
ist der eigene Zwang ein Stück weit normaler.
Wenn Gesichter zur Hälfte bedeckt sein sollen, ist die Sozialphobie auf einmal abgemildert,
weil unter der Maske subjektiv empfundene neue Freiheiten entstehen.

Weitere Diagnosen tauchten im Laufe der Coronapandemie sehr viel häufiger auf:
Zwänge und Essstörungen – Krankheiten, die sehr viel mit Kontrolle zu tun haben.

Wo Angst entsteht, wächst das Bedürfnis nach Kontrolle.
Wo die Kinder und Jugendlichen erlebten, dass sich die Angst in der Welt nur schwer kontrollieren ließ,
benötigten sie eigene Möglichkeiten, die innere frei flottierende Angst unter Kontrolle zu bringen.

Was lässt sich angesichts einer weltweiten Pandemie besser kontrollieren, als das eigene Denken und Handeln?
Im zwanghaften Wiederholen von Gedanken und Handlungen findet die Psyche eine „Pseudo“-Beruhigung.
Im Kontrollieren der Kalorien und der Essensmenge in der Anorexie findet die Psyche der Jugendlichen den Halt, den sie im Umfeld nun nicht mehr bekommt.

Wie aber kann das den Eltern gelingen:
Halt zu geben in Zeiten eigener Verunsicherung?
Wie können Eltern und andere Bezugspersonen jetzt hilfreich sein?


Der wichtigste Schritt ist es den eigenen Halt wieder zu finden und dann halt- und strukturgebend für das eigene Kind da zu sein.
Dafür hilft es der Angst das „Gärmittel“ zu nehmen: die Phantasie. Diese ließe die Angst weiter wachsen.
Fundierte Informationen über das was ängstigt, sind der Boden unter den Füßen, wenn die Angst ihr Unwesen treibt.

Angst ist eine wichtige Emotion, die wir Menschen zum Überleben brauchen.
Aber Angst, die allein auf inneren Befürchtungen und auf Phantasien beruht, wird weiterwachsen.


Wir brauchen die Tatsachen:
Welches ist die reale Gefahr?
Wie lässt sich diesem Virus in der Realität beikommen?
Welche Maßnahmen sind nun wichtig und hilfreich, um das Virus einzudämmen?
Was kann jeder Einzelne dazu beitragen?

Wenn wir als Menschheit herausfinden, wie wir dieses Virus gemeinsam bekämpfen können,
dann stellen wir uns der Realität, die das Coronavirus mit sich bringt und wir lernen immer besser, damit zu leben.

Nicht anders geht es den Kindern:
 
Kinder brauchen Eltern und Bezugspersonen,
die nicht in der Angst mitschwingen, sondern fest verankert den Boden der Realität unter den Füßen spüren.

Kinder brauchen Eltern, die Zuversicht und Vertrauen vermitteln.

Kinder brauchen Eltern, die haltgebend sind, damit sie es schaffen, mit ihren inneren Ängsten zurecht zu kommen.



Dein Stefan Hetterich



P.S. Hier findest du drei Schritte, wie du mit Ängsten deines Kindes umgehen kannst

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