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Die Diskussionsfalle

Stefan Hetterich  

Dein Kind hat Angst? - therapie2go - dein innerer Kompass für psychisch gesunde Kinder


Alle Eltern kennen sie.


Sie befördert zielsicher jedes elterliche Nein ins Aus.


Sie taucht oft zum ersten Mal auf,

sobald Kinder „Warum?“ fragen können.


DIE DISKUSSIONSFALLE !!!


Du willst Klarheit schaffen, setzt eine Grenze

und schwups findest du dich in Diskussionen mit deinem Kind wieder

und Schritt für Schritt bröckelt deine Grenze.


In der folgenden Szene kommt das Kind mit einer Forderung, die die Mutter nicht erfüllen sollte:


Kind, 11 Jahre: Mama, ich will den … Film anschauen. Alle in der Klasse haben gesagt, der ist so spannend, nur ich hab den noch nicht gesehen.


Mutter: Aber der ist doch für Ältere.   
 (Mutter recherchiert kurz im Internet und stellt fest): Der ist doch ab 16. Den erlaube ich dir nicht.


Kind: Aber Mama, der Elias hat den auch gesehen und der hat gesagt, das ist völlig übertrieben. Der Film ist nicht gruslig und nix. Absolut harmlos.

 

Mutter: Nein das machen wir nicht, die werden schon einen Grund haben, warum sie da „ab 16“ drauf schreiben.


Kind: Oh man. Das ist doch Blödsinn. Den haben echt schon alle gesehen. Und keiner hat sich gegruselt, der ist bloß spannend.
Die Filme für mein Alter sind doch alle schon sowas von langweilig.


Mutter: Ach hör mir auf. Was war denn mit „…“ (Film, den das Kind als spannend empfand).


Kind: Neee, Mensch Mama, das ist ja schon ewig her. Ich bin mittlerweile nicht mehr so ein Baby wie damals. Du behandelst mich echt wie ein Baby.


Undsoweiter, undsofort.


Ich überlasse es deiner Phantasie, wie die Geschichte ausgeht.


Eines steht fest: In dieser Kommunikation war die Grenze nicht klar.


Die Diskussionsfalle schnappt meist aus einem einzigen Grund zu:


Gründe für das eigene "Nein" 



Sobald du ein Nein begründest,

geht es nicht mehr um das Nein.

Es geht nur noch um den Grund.




Was kannst du tun?


Was ist mein Vorschlag, wie du stattdessen handeln könntest?

Denn einfach nur Nein sagen führt auch leicht in die Auseinandersetzung:

 

  1.  Sage etwas Nettes.
    Im Beispiel oben: "Dich interessieren immer wieder neue Sachen."

  2. Dein Nein - ohne Begründung:
    Im Beispiel oben: "Den Film erlaube ich dir nicht."
     (DU erlaubst es nicht, es geht nicht um die FSK-Beurteilung, die Filmhersteller,
    die Politiker oder sonst irgendwen, es geht um DICH und DEINE Entscheidung)

  3. Finde eine Alternative.
    Eine Alternative kannst du nur dann finden, wenn du den inneren Grund deines Kindes kennst.
    Jetzt erst kommt also das Warum:
    Versuche dein Kind zu verstehen, warum ihm dies oder jenes wichtig ist.
     Im Beispiel oben: "Was ist denn, dass dir der Film so wichtig ist?".
    Da könnte ich mir in der obigen Geschichte viele Varianten vorstellen:
    - das Kind befürchtet, in der Klasse sonst nicht dazuzugehören
    - das Kind will austesten, wie weit es kommt
    - das Kind will tatsächlich nicht mehr „so klein“ behandelt werden.

    Es braucht erst die Klarheit eines Nein und dann kannst du erkunden, was los ist.
    Und wenn du den Hintergrund weißt, kannst du deinem Kind eben Alternativen anbieten:
         
    In den Beispielen:
    „Was könntest du stattdessen machen,  um bei den anderen in der Klasse mehr dazuzugehören?“

    Oder:

    „Den Film erlaube ich dir nicht.“
     (wieder ohne Begründung)
    „Aber ich werde in nächster Zeit mal drauf schauen, dass ich dich jugendlicher behandle.
    Das ist mir gar nicht aufgefallen, dass du denkst, ich behandle dich wie ein Baby“

             
     Probiere es aus.



Ich freue mich auf deine Rückmeldung.


Dein Stefan Hetterich


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