Dein Kind hat psychische Probleme?

Die drei wesentlichsten Punkte, wie Eltern ihrem Kind in psychischen Krisen helfen können


Stefan Hetterich  




Dein Kind hat Angst oder ist depressiv?

Dein Kind ritzt sich oder verweigert das Essen?

Dein Kind hat solch heftige Konflikte mit Gleichaltrigen, dass es bald keine Freunde mehr hat?


Psychische Probleme von Kindern können Eltern an den Rand der Verzweiflung bringen.


Braucht dein Kind jetzt besonders viel Unterstützung und Zuwendung?

Oder ist das genau das Falsche?


Braucht dein Kind gerade Strenge und Verbote?

Aber dann hängt der Haussegen wieder schief.

Mutter und Vater beginnen zu streiten, welches nun der richtige Weg ist
und das Problem ist größer als vorher.


Es ist gar nicht so leicht, einen klaren Weg zu finden.

Viele probieren erst den einen, dann den anderen Weg

und finden noch viele andere Varianten, bevor sie zu mir in die Sprechstunde kommen.


Wie gehst du mit der Krise deines Kindes um?

Wie kannst du mit den psychischen Problemen deines Kindes umgehen?

Hier gebe ich dir drei Punkte an die Hand, welches Elternverhalten für dein Kind wirklich hilfreich ist.


Ich will dir verraten, warum es oft so schwer ist, den richtigen Weg zu finden…

Vielleicht gehen dir oft Gedanken durch den Kopf, wie:


Was ist nur mit ihr los?

Warum macht er das?

Denkt er sich nichts dabei?

Warum kann er dieses Verhalten nicht endlich mal ändern?

Eigentlich müsste sie doch begreifen, dass das nichts bringt.

Ich komme nicht mehr an sie ran.

Sobald ich es nur versuche, macht er dicht.


Geht es dir auch so?


Dann hat es mit Sicherheit einen Grund. Psychische Symptome haben oft einen unbewussten Grund.

Dieser Grund ist erstmal nicht so leicht sichtbar, er ist eben un-bewusst.

Und wenn du diesen unbewussten Grund nicht siehst, wird die Psyche deines Kindes so erfinderisch, dass es alles macht, dass die Symptome bleiben. Klingt komisch, oder?​

Warum sollte dein Kind ein Problemverhalten aufrechterhalten, das offensichtlich unlogisch ist?

Für unseren Verstand ist das nicht logisch.

Aber es ist eben auf einer emotionalen Ebene logisch. Tief innen drin gibt es diesen Grund.

Deswegen beginnt deine Reise zu einer klaren Haltung gegenüber deinem Kind mit ... Punkt 1

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Punkt 1: Versuche zu verstehen

Versuche zu verstehen, welcher unbewusste Grund hinter den Problemen stecken könnte.

Wenn du begreifst, was sich hinter den Problemen verbirgt, wirst du sehen, dass die psychischen Probleme nichts anderes sind als ein Lösungsversuch.


Nehmen wir Angst als Beispiel: Die Angst von Jakob, von „bösen“ Mitschülern geärgert zu werden, hat ihre Wurzel vielleicht gar nicht bei den Mitschülern.

Vielleicht sind die Mitschüler gar nicht sooo gemein und Jakob glaubt nicht an sich und traut sich nicht, sich zu behaupten?


Ihm fehlt vielleicht das notwendige Vertrauen in sich.

Dann kann Jakobs Mutter auf ihn einreden, wie er sich verhalten soll

– es wird nichts bringen, denn er glaubt nicht an sich. 

Dann kann sein Vater mit der Lehrkraft sprechen und dort nach einer Lösung suchen

und doch wird nach kurzer Zeit alles wieder beim Alten sein.


Das Ziel verändert sich, wenn Jakobs Eltern wissen, dass Jakob nicht an sich glaubt

und sich deshalb alles gefallen lässt.


Die Frage WARUM ist hier die wichtigste Frage, die weiterführt.


Natürlich wäre es jetzt falsch, an dem Punkt stehen zu bleiben. Wenn Jakobs Eltern wissen, dass er nicht an sich glaubt, dann wäre es falsch, so weiterzumachen wie bisher. Die innere Logik bei Jakob ist die, dass er davon ausgeht, dass er unfähig ist und sowieso nichts erreichen kann. Wenn Jakob  davon ausgeht, unfähig zu sein, handelt er völlig logisch, wenn er sich nicht wehrt. Ja, dass er sogar allen zeigt, dass er wirklich das „Opfer“ ist.


Das Gute daran: er muss sein Bild von sich als unfähig nicht aufgeben und die anderen kriegen dann und wann mal von der Lehrerin eine Strafe.


Jakobs Eltern sollten also nicht alles so weiterlaufen lassen, denn so festigen sie die Wahrnehmung von Jakob.


Seine Eltern brauchen ... Punkt 2

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Punkt 2: Begrenze dein Kind in seinem bisherigen „Lösungsversuch“ und suche nach wirklichen Lösungen

Jakob hatte solche Angst vor den Mitschülern, dass er hin und wieder vor der Schule Bauchschmerzen hatte. Unschlüssig, was nun der richtige Weg wäre, dachten Jakobs Eltern: „Vielleicht wird ihm das mit den gemeinen Mitschülern zu viel. Wir lassen ihn mal heute zuhause.“


Für Jakobs emotionale, innere Logik war das absolut passend: Er wurde geschützt vor den Mitschülern, behielt aber die Wahrnehmung, er selbst wäre gar nicht in der Lage, sich dem ganzen zu stellen.

Wenn Jakobs Eltern aber begreifen, dass Jakob nicht an sich glaubt, sollten sie überlegen, wie er es schaffen kann, wieder an sich zu glauben. Wie kann er damit umgehen, wenn ihn andere unfair behandeln? Wem vertraut er am meisten in der Klasse? Was wäre, wenn er versucht, die Pause mit diesem Kind zu verbringen?


Die Eltern erinnern Jakob daran, dass er sich schon getraut hatte, vom 3m-Turm im Schwimmbad zu springen und erinnern ihn so an seine Fähigkeiten.


Wenn das Kind in seiner Botschaft wirklich verstanden wurde,
entstehen neue Wege, mit dem Thema umzugehen.


Nicht die gemeinen anderen sind nun mehr das Problem, sondern der fehlende Glaube Jakobs an sich selbst. Wenn er sich als gestärkt erleben kann und zugleich erlebt, dass die Eltern ihn trotz der Bauchschmerzen in die Schule schicken, weil sie an ihn glauben können, dann kann Jakob auch wieder beginnen, an sich selbst zu glauben.


Dies gilt für viele psychische Probleme. Alles Elternverhalten, das das bisherige System durcheinanderwirbelt, ist erstmal gut. So muss sich dein Kind innerlich neu sortieren: Meine Eltern glauben an mich? Das ist ja komisch, hätte ich nie gedacht… Vielleicht darf ich auch an mich glauben.


Meist führen Veränderungen dazu, das das Kind alles versuchen wird, doch noch am alten Weltbild festzuhalten. Das Vertraute war zwar nicht gut, aber hatte eine klare innere Logik.


Deswegen braucht es ... Punkt 3

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Punkt 3: Bleibe hartnäckig

Alle Wege führen zu nichts, wenn du deine Strategien täglich wechselst.


Natürlich wird die Psyche deines Kindes, alles machen, dass das alte System wiederhergestellt wird. Es hat „doch immer schon funktioniert“, also muss der innere Lösungsversuch von vorher wieder her. Dein Kind wird dich völlig unbewusst auf die Probe stellen.


Es ist, als ob Jakobs Psyche ständig nachfragt: Glaubt ihr wirklich an mich? Ich habe euch doch heute den Beweis geliefert, dass alles nur schlimmer wird…


Sobald du dir über die inneren Gründe deines Kindes im Klaren bist, kannst du deinen neuen Weg hartnäckig verfolgen. Vielleicht ist es Bestandteil der neuen Strategie, sich auch innerlich eine Grenze zu setzen. Wenn die Probleme trotz allem anhalten oder über ein bestimmtes Datum hinausgehen, wird es sinnvoll, sich professionelle Hilfe zu holen. Aber vielleicht ist dies auch gar nicht erforderlich, wenn dein Kind spürt, du bleibst unbeirrt bei deinem neuen, stärkenden Weg.




Die Voraussetzungen für wirkliche und hilfreiche Veränderungen
lassen sich in diesen drei Punkten zusammenfassen:


Punkt 1: Versuche zu verstehen, welchen Sinn die psychischen Probleme haben könnten.

Punkt 2: Begrenze dein Kind und suche nach wirklichen Lösungen für das eigentliche Problem

Punkt 3: Bleibe hartnäckig: Die neue Klarheit hilft deinem Kind nur, wenn du sie nicht ständig wechselst.




Ich wünsche dir bei allen Überlegungen und Veränderungen hilfreiche Erkenntnisse und stabile neue Wege. Damit du und dein Kind stärker aus der Krise hervorgehen können.



Vor welchen Problemen stehst du?

Welche psychischen Probleme hat dein Kind?


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Vor welchen Problemen stehst du?



Dein Stefan Hetterich


therapie2go

Für psychisch gesunde Kinder


Denn Verständnis ist der Schlüssel zur Veränderung